Schutz

Schutz vor Ansteckung

Kondome beim Anal- und Vaginalverkehr schützen vor HIV und senken das Risiko einer Ansteckung mit einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit, z.B. Hepatitis oder Syphilis. Safer Sex heißt darüber hinaus, beim Oralverkehr darauf zu achten, dass kein Sperma, Scheidenflüssigkeit oder Blut (z.B. Menstruationsblut) in den Mund, auf Schleimhäute oder in die Augen gelangen. Beim Drogengebrauch ist wichtig, nur das eigene sterile Spritzbesteck und Zubehör zu verwenden.

Im Folgenden bieten wir ausführliche Informationen zu Safer Sex und zu Kondomen, zu Safer Use, zur Frage „Was ist, wenn es mit dem Schutz mal nicht geklappt hat?“ und zum Thema „Impfung“.

Safer Sex

Vaginalverkehr

Zum Risiko der Frau: Über die empfindlichen Scheidenwände kann HIV leicht in die Blutbahn eindringen. Das Risiko, sich anzustecken, ist besonders groß, wenn im Genitalbereich schon eine andere Infektion vorliegt, ebenso während der Monatsblutung.

Zum Risiko des Mannes: Infektiöse Scheidenflüssigkeit kann über die Schleimhäute des Penis zur Ansteckung führen; diese haben häufig sehr kleine, nicht spürbare Verletzungen. Während der Monatsblutung ist das Infektionsrisiko wegen des Kontakts mit Blut größer.

HIV ist leichter vom Mann auf die Frau übertragbar als umgekehrt. Für beide besteht aber ein Risiko.

Schutz beim Vaginalverkehr bieten Kondome, ggf. zusammen mit fettfreiem Gleitmittel.

Das Herausziehen des Penis kurz vor dem Samenerguss ist keine geeignete Methode, um sich vor HIV zu schützen.

Analverkehr

Hier ist das Risiko besonders groß, sich mit HIV und anderen Krankheitserregern anzustecken. Der After ist stark durchblutet, seine Schleimhäute sind sehr leicht verwundbar.

Auch der „aktive“ Partner – also derjenige, der seinen Penis einführt – kann angesteckt werden. Die empfindliche Eichel und der Harnröhrenausgang können mit Erregern in Kontakt kommen. Das Darmsekret, das den Rektum bedeckt, ist auch eine hoch infektiöse Körperflüssigkeit.

Kondome (es gibt spezielle, extra starke Kondome), zusammen mit einem fettfreien Gleitmittel, bieten beim Analverkehr guten Schutz.

Oralverkehr

Blasen„: Das Stimulieren des Penis mit Mund oder Zunge gilt als risikoarm, solange kein Blut oder Sperma im Spiel ist. Wichtig ist: kein Sperma in den Mund, auf Wunden, auf die Schleimhäute oder in die Augen gelangen lassen. Wenn dennoch Sperma in den Mund gelangt, nicht schlucken, sondern möglichst schnell ausspucken und Mund mit Wasser gründlich ausspülen. Ist Sperma in die Augen gelangt, diese möglichst schnell mit klarem Wasser ausspülen. Wer ganz sichergehen will, benutzt beim Blasen ein Kondom. Es mindert die Übertragung von anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

Lecken der weiblichen Geschlechtsorgane: Gilt ebenfalls als risikoarm, außer während der Menstruation. Wer auf „Nummer Sicher“ setzt, benutzt beim Lecken ein „Dental Dam“, ein Latextuch, das zwischen Mund und Scheide gelegt wird; den gleichen Zweck erfüllt auch ein aufgeschnittenes Kondom oder Frischhaltefolie. Dental Dams gibt’s z.B. in Apotheken.

Eindringen mit den Fingern

…in die Vagina oder den After ist risikoarm, auch bei nicht intakter Haut (auf kurz geschnittene Fingernägel achten!). Während der Menstruation empfiehlt es sich, Fingerlinge, Kondome oder Gummihandschuhe zu verwenden.
Fisting

Bei dieser Praktik, ob anal oder vaginal, ist das Risiko gering, solange es nicht zum Blut-Blut- oder Blut-Schleimhautkontakt kommt. Schutz bieten Latexhandschuhe (auf kurz geschnittene Fingernägel achten!). Wenn man fetthaltige Gleitmittel beim Fisten verwendet, und danach Anal- oder Vaginalverkehr hat kann das Fett die üblichen Kondome beschädigen, so dass sie nicht mehr schützen.

S/M (Sado-Maso)

Was HIV angeht, ist S/M risikolos – vorausgesetzt, es gibt keine Wunden, in die Blut oder Sperma gelangen kann. Blut oder Sperma sollten nicht in die Augen, auf Schleimhäute oder in den Mund gelangen. Auch die „Werkzeuge“ sind sicher, solange kein Blut im Spiel ist. Werden sie auch bei/von anderen benutzt, sollten sie vor dem Weiterreichen gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden.

Sex mit Sexspielzeugen

Was HIV angeht, sind Dildos, Vibratoren und andere Toys sicher, wenn sie nur von/bei derselben Person benutzt werden. Werden sie von/bei anderen verwendet, zieht man ihnen zuvor jeweils ein neues Kondom über oder wäscht sie sorgfältig mit Wasser und Seife.

Frauen sollten Sex-Toys bei sich nicht zuerst anal und dann vaginal benutzen. Dadurch können Bakterien aus dem After in die Scheide gelangen, was mitunter zu unangenehmen Infektionen führt.

Andere Praktiken

Praktiken mit Urin (Golden Shower) und Kot (Scat) wie auch das Lecken des Anus (Rimming) sind unbedenklich, was HIV angeht, solange kein Blut im Spiel ist. Man kann sich dabei allerdings mit anderen Krankheitserregern anstecken, z.B. Hepatitis-Viren. Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen.

Küssen, auch tief und ausgiebig, gegenseitige Masturbation und Massage, sich aneinander reiben und dergleichen: Diese Praktiken bergen kein HIV-Risiko, solange kein Blut oder Sperma in den Mund, die Augen, auf Schleimhäute oder auf Wunden gelangt.

Safer Use

Risiken beim Spritzen

Sie sind da, auch wenn man sie nicht sieht: Bakterien, Pilze und Viren – wie HIV und Hepatitis-Viren. Sie befinden sich z.B. in Blutresten in gebrauchten Spritzen oder Nadeln, in gebrauchten Filtern, auf schmutzigen Löffeln und so weiter.

Needle-Sharing

Am gefährlichsten ist das Needle-Sharing, wenn also Nadel und/oder Spritze von mehreren benutzt werden. Über Blutreste, die man mit bloßem Auge oft nicht mehr erkennen kann, können Viren, Bakterien und Pilze in die Blutbahn gelangen.

Nur sterile Spritzbestecke bieten einen optimalen Schutz vor Infektionen. Können Drogengebraucher nicht darauf zurückgreifen, sollten sie Spritzbesteck auf jeden Fall vorher reinigen!

Risiken senken durch Reinigen des Spritzbestecks

Nur ungebrauchte, sterile Spritzbestecke sind wirklich sicher!