Statements zum Welt-Aids-Tag 2020

Flage Brandenburg

Folgende Statements wurden uns zum Welt-Aids-Tag 2020 zur Verfügung gestellt:

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Herr Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg

„Jedes Jahr rund um den 1. Dezember tragen weltweit viele Menschen gut sichtbar die rote Schleife – als Zeichen ihrer Solidarität mit HIV-Erkrankten. Ich bin mit dabei, weil ich in einer freiheitlichen, offenen und gleichberechtigten Gesellschaft leben will, ohne Vorurteile und unbegründete Ängste, ohne Ausgrenzung und Diskriminierung. Dieser Kampf lohnt sich und zwar für uns alle. Das beweist das zu Ende gehende Jahr 2020 mehr als deutlich. Wir erleben gerade als ganze Gesellschaft, was Menschen mit HIV nur zu gut kennen: wie es ist, wenn das Leben ohne Vorankündigung seinen Lauf ändert. Der Kampf gegen die Corona-Pandemie fordert uns als Einzelne und als Gemeinwesen. Jede und jeder kann am COVID 19-Virus erkranken und ist dann auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Jetzt zeigt sich, wie wichtig Zusammenhalt, Solidarität und Miteinander sind. Gut, dass wir darin geübt sind!“

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Frau Ministerin Ursula Nonnemacher, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg

Liebes Team der Aids-Hilfe Potsdam,

ein aufregendes, von vielen Einschränkungen und extremer Arbeitsintensität geprägtes Jahr liegt hinter uns. 2020 – das „COVID-19-Pandemie Jahr“ – wird sicher in die Geschichte eingehen. COVID-19 hat unser aller Leben in den letzten Monaten erheblich beeinflusst und auch der „Jahrestag der Aids-Arbeit“ kann nicht so gestaltet werden, wie geplant und sonst üblich. Sie haben in der Beratungstätigkeit, der Projektarbeit und den ansonsten so zahlreichen Veranstaltungen mit den Einschränkungen zu kämpfen gehabt.

Deshalb möchte mich an dieser Stelle zuerst mit einem herzlichen Dankeschön an alle ehrenamtlich und hauptamtlich Tätigen für ihre unermüdliche und engagierte Arbeit wenden. Gerade in diesem Jahr haben Sie sehr viel geleistet, sich neu aufgestellt, die Digitalisierung in Ihrem Arbeitsbereich vorangetrieben und waren stets für Ihre Klientinnen und Klienten da.         Herzlichen Dank!

Jedes Jahr am 1. Dezember findet nun bereits seit 33 Jahren der Welt-Aids-Tag statt. Das Motto der diesjährigen Welt-Aids-Tags-Kampagne: „Solidarität statt Diskriminierung – Leben mit HIV, anders als du denkst“ begrüße ich sehr. Der Kampf gegen Diskriminierung – in welcher Form auch immer - ist ein Schwerpunkt der Politik der Landesregierung.

Die Kampagne gibt einen sehr persönlichen Einblick in das Leben von 3 HIV-positiven Menschen. Dabei wird deutlich, dass HIV im Alltag längst nicht die Hauptrolle spielt. Ein entspanntes und respektvolles Zusammenleben von Menschen mit und ohne HIV ist für viele Menschen bereits eine Selbstverständlichkeit. Das macht mir Mut!

Egal, ob es um die Arbeit, Freizeit, Sexualität oder Familienplanung geht: Menschen mit HIV können heute alt werden und leben wie alle anderen. HIV ist heute gut behandelbar und unter Therapie nicht mehr übertragbar.Das ist eine sehr entlastende Botschaft für viele Menschen – sowohl für HIV-Infizierte als auch für deren Partnerinnen und Partner – das Virus wird unter erfolgreicher Therapie nicht übertragen!

Das Leben mit HIV ist heute anders, als viele Menschen in Deutschland wissen und denken. „Safer Sex“ bedeutet längst nicht mehr ausschließlich, sich beim Sex mit dem Kondom zu schützen. Die wichtigsten Präventionsbotschaften im Zusammenhang mit HIV sind außerdem:

  • bei wirksamer Therapie besteht kein Infektionsrisiko und
  • schütz Dich bei riskanten Sexualkontakten durch die Einnahme der Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) – also mit Medikamenten, die eine Infektion vermeiden.

Leider ist dieser wissenschaftlich fundierte Kenntnisstand nur bei ca. 18% der Bevölkerung in Deutschland bekannt.

Um dieses Wissen in der Bevölkerung breit zugänglich zu machen, haben wir (Gesundheitsministerium) in Zusammenarbeit mit der Initiative Brandenburg – Gemeinsam gegen Aids – und insbesondere mit der Aids-Hilfe Potsdam e.V. einen Flyer mit den aktuellen Botschaften entwickelt und veröffentlicht: Safer Sex – HIV-Prävention 3.0 - Schutz vor einer HIV-Infektion.

Der Flyer wird nun im Land Brandenburg verteilt und ich hoffe, dass wir damit den Wissenstand in der Bevölkerung erhöhen und viele Menschen, die bisher HIV-infiziert sind aber noch keinen Test gemacht haben, erreichen. Immerhin leben Ende 2019 nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes mehr als 370 Menschen mit HIV im Land Brandenburg, von denen ca. 270 Infizierte bisher nicht diagnostiziert sind.

Unsere gemeinsamen Anstrengungen sollten deshalb darauf ausgerichtet sein,

  • Menschen mit potentiellem Risiko zum Test zu bewegen: Wenn ein HIV-Risiko bestand, sollte man sich testen lassen. So hat man im Falle eines Falles den vollen Nutzen der HIV-Therapie,
  • die Weitergabe des HI-Virus zu stoppen, denn ohne Therapie bleibt HIV übertragbar
  • die Diskriminierung von HIV-Infizierten durch aufklärende Maßnahmen zu verhindern: Da hilft nur eines: darüber reden!

Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit haben wir in diesem Jahr den Flyer entwickelt, der hoffentlich dazu beitragen wird, das Bewusstsein für HIV zu schärfen und die hohe Dunkelziffer der HIV-Infektionen zu senken.

Ich sichere Ihnen meine Unterstützung bei der Erhaltung der bestehenden Beratungs- und Teststrukturen im Land Brandenburg zu und: bleiben Sie alle gesund!   

Vielen Dank!

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Herr Mike Schubert, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam

am 1. Dezember -dem Welt-Aids-Tag- ist es für mich selbstverständlich die Arbeit der Potsdamer Aids-Hilfe zu unterstützen. In den letzten Jahren war ich dafür immer auf den Straßen unserer Landeshauptstadt unterwegs, um aktiv Spenden einzuwerben.

In diesem Jahr steht die Sorge um die Eindämmung des Corona Virus und damit verbunden die Reduzierung der persönlichen Kontakte der Spendenaktion auf der Straße entgegen. 

Dank der Kreativität des Teams der Potsdamer-AIDS-Hilfe möchte ich Sie auf diesem Weg um Ihre Unterstützung und Spende für den  AIDS-Hilfe Potsdam  e.V. bitten. Unsere gemeinsame solidarische Hilfe ist nach wie vor unverzichtbar.

Denn auch wenn sich die medizinische Betreuung und das Behandlungspotenzial für HIV-Infizierte und AIDS-Erkrankte in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, so dass Lebensqualität und Lebenserwartung gestiegen sind, ist die Krankheit nach wie vor unheilbar.

Es besteht die Gefahr, dass die Erkrankung im Bewusstsein der Menschen in den Hintergrund gerät.

Das darf nicht geschehen. Der 1. Dezember eines jeden Jahres soll uns daran erinnern.

Vielen Dank

Ihr Mike Schubert - Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam

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Frau Ministerin Katrin Lange, Ministerium der Finanzen- und für Europa des Landes Brandenburg

„Die Arbeit der AIDS-Hilfe Potsdam e.V. ist von herausragender Bedeutung für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zum Verstehen und zur Sicherheit für viele Menschen, ob nun für Menschen im Umgang mit HIV oder Menschen, die damit leben. Die AIDS-Hilfe Potsdam e.V. setzt durch ihre Arbeit ein Signal – man kann heute mit HIV bis ins hohe Alter hinein wie andere Menschen auch leben. Ich werde die wichtige Arbeit der AIDS-Hilfe Potsdam e.V. weiterhin unterstützen und meinen bescheidenen Anteil dazu beitragen, dass Diskriminierung nicht mehr hingenommen und Unsicherheiten ausgeräumt werden.“

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Frau Ministerin Dr. Manja Schüle, Ministerium Ministerin für Wissenschaft, Forschung, Kultur des Landes Brandenburg

„Dieser Winter wird für viele noch kälter und dunkler als jeder davor - weil ihnen die Gemeinschaft mit anderen fehlen wird, die über vieles hinweghilft, tröstet, rettet. Davon betroffen sind auch viele, die an AIDS erkrankt sind. Zwar ist HIV weiterhin nicht heilbar, doch neue Medikamente erleichtern das Leben mit dem Virus. Wissenschaft und Forschung haben den Umgang mit dem Virus verbessert. Jetzt müssen wir weiter über die Behandlungserfolge aufklären, denn mittlerweile ist HIV unter Therapie nicht mehr übertragbar. Diese Information muss heute zur Allgemeinbildung gehören. Denn wenn das alle wissen, sind viele Ängste bald Geschichte. Sonst war ich jedes Jahr mit dabei, habe rote Schleifen verteilt und mit den Menschen gesprochen. Dieses Jahr unterstütze ich dieses Anliegen gern virtuell.“

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Frau Julia Schmidt, Landesvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg

End AIDS - unser Ziel für Brandenburg

Als Bündnis 90/Die Grünen verstehen wir uns als Partner*in und als eine politische Stimme für den Kampf gegen HIV und AIDS. Wir bekennen uns zum UN-Ziel, AIDS bis 2030 zu beenden und streben die 90-90-90-Ziele an. Sie sind eine weltweite Herausforderung, zu der wir auch in Brandenburg beitragen müssen. Die aktuelle Covid-19-Pandemie zeigt, wie wichtig und universell Gesundheitssysteme, ärztliche Behandlung und medizinisches Grundwissen sind. Die HIV-Beratungsstellen arbeiten auch unter Corona-Bedingungen weiter. Der Schutz vor HIV und das sichere und akzeptierte Leben mit HIV sind keine Tabuthemen. Unterstützung von Aufklärungsarbeit, (anonymen) Testmöglichkeiten und Wissensvermittlung um die gute Behandlung von HIV-Patient*innen sind für uns selbstverständlich. Ausgrenzung und Stigmatisierung von HIV+ passen nicht in unsere Gesellschaft. Wir wollen positiv zusammen leben.

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages rufen wir zur Unterstützung von Projekten für HIV+ auf und zeigen Schleife für ein positives Miteinander.

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Herr Pete Heuer, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung

Verdrängt Corona Aids aus dem Bewusstsein? Nein, Krankheiten lassen sich nichtgegeneinander aufrechnen. Aids ist weiterhin heimtückisch und gefährlich. Aufklärung und Hilfe tun Not.

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Frau Petra Budke, Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Bildung, Kinder, Sport, Medien und Religion - Bündnis 90/Die Grünen:

"Viele gemeinnützige Träger haben es in Zeiten von Corona schwer, ihr Spendenvolumen zu halten. Auch das traditionelle Sammeln für die AIDS-Hilfen mit roten Schleifen und Spendendosen rund um den 1. Dezember muss leider entfallen. Ich unterstützte deswegen von Herzen den Spendenaufruf der AIDS-Hilfe Potsdam. Mit ein paar Klicks können auch Sie das wichtige Beratungs- und Testangebot zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten unterstützen."

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Frau Carla Kniestedt, Sprecherin für ländliche Räume, Soziales, Gesundheit und Menschen mit Behinderungen - Bündnis 90/Die Grünen:

"Sowohl in den Anfangsjahren von HIV in den 1980er Jahren als auch in der aktuellen Corona-Pandemie lässt sich eine gesellschaftliche Verunsicherung feststellen. Aktuell bekommen die Beratungsstellen und Testcenter eine große Bedeutung. Auch und gerade in Zeiten der Corona-Pandemie bleiben telefonische- und Onlineberatungen der AIDS-Hilfe-Beratungsstellen und die Testangebote zu HIV und anderen STI enorm wichtig. Uns Bündnisgrünen liegt die Sicherstellung und der möglichst flächendeckende Ausbau dieser Angebote sehr am Herzen."

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Frau Marie Schäffer, Parlamentarische Geschäftsführerin und Sprecherin für Innenpolitik, Demokratiepolitik, Digitalpolitik und Asyl - Bündnis 90/Die Grünen:

"Aidsprävention, Hilfe und Aufklärung sind gerade in diesen Zeiten unverzichtbar!

Für diese Arbeit, und dafür, dass die AIDS-Hilfe auch in der aktuellen Corona-Pandemie stets ansprechbar war, gilt den ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mein herzlicher Dank."