HIV und Arbeit

HIV am Arbeitsplatz

Die wichtigsten Fakten:

  1. HIV ist schwer übertragbar: im Arbeitsalltag besteht kein Infektionsrisiko für Kollegen und auch nicht für Kunden.
  2. Menschen mit HIV haben bei rechtzeitiger Diagnose und erfolgreicher Therapie eine annähernd normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität.
  3. Eine HIV-Infektion bedeutet nicht automatisch, dass man nicht mehr arbeiten kann oder Einschränkungen bei der Arbeitsfähigkeit hat.
  4. Zwei Drittel der Menschen mit HIV in Deutschland sind berufstätig. Sie sind dabei im Durchschnitt nicht häufiger krankgeschrieben als andere Arbeitnehmer. Auf 100 Erwerbstätige kommt eine Beschäftigte/ Beschäftigter mit HIV.
  5. Es gibt keine Berufsverbote für Menschen mit einer HIV-Infektion. Einschränkungen gibt es nur für Chirurgen, wenn HIV im Blut nachgewiesen werden kann. Sie dürfen dann keine verletzungsträchtigen Eingriffe vornehmen. Bei Piloten entscheidet der tatsächliche Gesundheitszustand über die Flugtauglichkeit, nicht die HIV-Infektion.
  6. In allen anderen Bereichen (auch in der Pflege, der Kinderbetreuung und Erziehung, der Gastronomie) dürfen und können Menschen mit HIV-Infektion arbeiten.

Bei der Arbeit stellt sich für die meisten Menschen mit HIV die Frage, ob sie dem Arbeitgeber und den Kollegen von ihrer Infektion erzählen sollten. Das große Problem besteht darin, dass es leider immer noch unbegründete Ängste vor einer Infektion am Arbeitsplatz gibt. Auch heute noch sind die unter diesen Aspekt unaufgeklärte Allgemeinbevölkerung und die damit verbundenen irrationalen Ängste, der Motor von Diskriminierung am Arbeitsplatz.

Grundsätzlich gilt:

In einer Bewerbungssituation muss niemand sagen, dass sie/er HIV-positiv ist. Lediglich wenn die Arbeitsfähigkeit für die verlangte Tätigkeit eingeschränkt ist, besteht Mitteilungspflicht. Demzufolge kann man seine HIV-Infektion im Bewerbungsgespräch verleugnen.

Bei Neueinstellung und die damit eventuell verbundene medizinische Erstuntersuchung gilt für den untersuchenden Arzt, Schweigepflicht, insbesondere auch gegenüber dem Arbeitgeber! Es besteht auch keine Notwendigkeit dahingehend, dass der Arzt nach HIV fragt oder einen HIV-Test durchführt. Sollte es dennoch geschehen und der Test positiv sein, empfiehlt sich die Frage an den Arzt, ob er sich an seine gesetzliche vorgeschriebene Schweigepflicht hält. Einzige Ausnahme wäre hier eine betriebliche Vereinbarung, die enthält, dass keine HIV-positiven Menschen eingestellt werden dürfen.

Eine Kündigung darf nur aus verhaltensbedingten, personenbedingten oder betriebsbedingten Gründen eine Rolle spielen. Die bloße HIV-Infektion begründet in der Regel keine krankheitsbedingte Kündigung. Ist man mit einer Kündigung konfrontiert, empfiehlt es sich, eine Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen.

Ein zentrales Thema bei HIV und Berufstätigkeit bleibt die Frage: Outen am Arbeitsplatz, ja oder nein? Sich als HIV-positiv zu outen, ist mutig und will wohlüberlegt sein. Diskriminierung von Menschen mit HIV am Arbeitsplatz ist immer noch ein aktuelles Thema. Andererseits brauchen wir einen offenen Umgang mit dem Thema HIV. Nur so können irrationale Ängste abgebaut werden.

HIV ist keine Bedrohung am Arbeitsplatz und kein Hinderungsgrund, einen Beruf auszuüben!

Die AIDS-Hilfe Potsdam ist bei dieser Entscheidungsfindung ein guter Gesprächspartner.

Fragen zum Thema?

Rufen Sie uns an, unter der Telefonnummer 0331-95130851 sind die Sozialarbeiter jeden

Montag von 14 -20 Uhr,

Mittwoch von 14 – 20 Uhr

Freitag von 14 – 18 Uhr für Ihre Fragen erreichbar.

Links zum Thema:

HIV und Arbeit auf der Webseite der Deutschen AIDS-Hilfe

Positiv Handeln (NRW)

Pro+ Netzwerk Niedersachsen

 

 

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