Protokoll 12. Fachtagung HIV/AIDS in Brandenburg

Protokoll der 12.Fachtagung „HIV und Aids in Brandenburg“ am 20.11.2013

1)       Begrüßung: Frau Frank – AIDS-Hilfe Potsdam e.V.
2)       Grußwort: Herr Dr. Widders – Gesundheitsministerium Brandenburg Anlage
3)       Fachreferate

1. Epidemiologie HIV/Aids und Syphilis in BB und Deutschland:

Frau Santos-Hövener – Robert-Koch-Institut Anlage

2. Epidemiologie/Late Presenter in Polen:

Frau Dr. Leszczyszyn-Pynka – Krankenhaus Stettin (Westpommern Polen) Anlage

3. Strukturelle Prävention:

Frau Gronski – Deutsche AIDS Hilfe e.V. Anlage

4. Ausstellung der BZgA „Große Freiheit“:

Frau Lausberg – BZgA Anlage

4)       Zusammenfassung aus den Referaten:

  • Syphilis-Zahlen nehmen jährlich zu, auch in Polen, insbesondere in den Großstädten
  • Polen: „Late Presenter“ überwiegend weibliche Polinnen, über 50 Jahre, leben schon lange mit ihrer Infektion, späte Testung
  • Syphilis-Zahlen in Korrelation mit HIV zu beobachten, bei beiden Infektionen steigende Zahlen
  • strukturelle Prävention wird in der Regel immer praktiziert; man soll es sich als Berater aber auch bewusst machen, im Kontext der Beratung die                       Lebensbedingungen und Möglichkeiten der Umsetzung von Hinweisen, Safer Sex, Risikobewertung des Klienten/der Klientin beachten
  • Lebenswelten in die Beratung einbeziehen, Klient/Klientin mit persönlichem Lebensstil wertschätzen, akzeptieren und nach Möglichkeiten der Prävention im Setting suchen
  • authentisch bleiben, Betroffene einbeziehen, damit Botschaften auch ankommen und die Sprache der Zielgruppe sprechen
  • z. B. für die Zielgruppe der MSM, i. V. Drogengebraucher, Migranten auch Personen aus diesen Setting einbeziehen in entsprechende bestehende bzw. zu planende  Projekt und Maßnahmen
  • Beispiele: IWWIT-Kampagne, BZgA-Rollenmodell, MiMi-Mediatoren

5)     „World-Cafe-Gesprächsrunden“ – je 30 Minuten Aufteilung in Arbeitsgruppen, anschließend Wechsel der Gruppenzusammensetzung

AG 1  HIV/Aids/STI-Beratung und Prävention

Ziel: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Brandenburg ist durch geeignete Präventionsmaßnahmen gesenkt.

Rechenschaftsbericht AG 1 2013

AG 2  Epidemiologie/medizinische Aufklärung, Versorgung, Fortbildung für medizinischen Bereich

Ziel: Eine bedürfnisgerechte Betreuung und Versorgung der HIV-Infizierten und an Aids-Erkrankten ist gewährleistet.

Rechenschaftsbericht AG 2 2013

AG 3      –     Situation von Migrantinnen und Migranten mit und ohne Aufenthaltsstatus

Ziel: Den spezifischen Bedarfen von Migrantinnen und Migranten im Rahmen der gesundheitlichen Aufklärung, Betreuung und Versorgung im Bereich HIV/Aids wird Rechnung getragen.

Rechenschaftsbericht AG 3 2013

AG 4      MSM, Prävention, Beratung, Selbsthilfe

Ziel: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) ist durch geeignete Präventionsmaßnahmen gesenkt.

Rechenschaftsbericht AG4 2013

6)    polnische Gäste besuchen die Beratungsstelle von pro familia e.V.

  • Schwerpunkte: Kennenlernen der Arbeit der Beratungsstelle, Erfahrungsaustausch
  • Schwangerschaftskonfliktberatung
  • Paarberatung
  • Vermittlung von Angeboten
  • „Pille danach“
  • Sexarbeit, Änderung des Prostitutionsgesetzes in Deutschland
  • HIV-Beratung
  • rechtliche und soziale Beratung

7)    Zusammenfassung ab 15.00 in großer Runde

  • alle Arbeitsgruppen (Gremium)
  • polnische Gäste

Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen:

Moderatoren berichten:

AG 1

  • Hausarzt wird als Anlaufstelle für HIV-Test und Beratungsgespräch genutzt – ein Plakat mit Hinweisen zum anonymen und kostenlosen HIV-Testangebot für die Arztpraxen in Brandenburg ist eine Empfehlung für 2014
  • niedrigschwellige Testorte vorhalten, Anonymität gewährleisten
  • Vielfalt von Testangeboten sicherstellen
  • Wertschätzung des Ehrenamtes
  • männliche Berater zum Thema Sexualität
  • Gymnasien in Lümmeltüten-Aktion einbeziehen
  • Angebot eines Theaterprojektes für Migranten – Interessenten können sich melden
  • Sensibilisierung für den Test in Präventionsarbeit einfließen lassen.

AG 2

  • mehr Fortbildungsveranstaltungen (angenehm gestalten)
  • Ärzte für „Late Presenter“ sensibilisieren
  • Info in KV-Zeitung folgt demnächst
  • Bisher keine Empfehlung für Meningokokken-Impfung in Brandenburg → sollte nachgeholt werden
  • Ärzte für Anzeichen einer möglichen HIV-Infektion sensibilisieren –  Erkennen von HIV-Indikatorerkrankungen erleichtern

AG 3

  • Asylbewerberheime werden perspektivisch mehr Bedarf an Beratung und Betreuung haben, da aktuell die Zahl der Asylbewerber steigt und eine Verteilung im Land erforderlich ist
  • Zugang ermöglichen, Bewohner der Heime mit einbeziehen  – evtl. bei Teilnahme an einer HIV-Schulung eine  Zertifizierung ausstellen, die dann auch für die Kommunikation in den Communitys in anderen Regionen genutzt werden kann
  • sensibler Umgang mit Migranten; kulturelle, soziale und religiöse Hintergründe beachten
  • im Rahmen eines „Gesundheitstages“ für Heime sollte auch das Thema HIV/STI angeboten werden

AG 4

  • Beratung für MSM erfolgt in ausreichendem Maße über Katte e.V., AIDS-Hilfe Lausitz e.V. und AIDS-Hilfe-Potsdam e.V.
  • Personen mit multiplen Persönlichkeitsstörungen und HIV-Infizierte haben nach wie vor Schwierigkeiten bei der Aufnahme/Vermittlung von Arbeit
  • Fehlbedarf bei medizinischer Versorgung (strukturbezogen) sollte bei der KV angemeldet werden, Arztstellen in länglicher Region müssen adäquat besetzen
  • Bei der Durchführung der diesjährigen Jugend-Film-Tagen sind diverse Probleme aufgetreten
  • Angebote für Landkreise sollten erweitert werden
  • Online-Dienste erweitern
  • Jungenprojekte mit HIV/STI-Angeboten erreichen
  • Die Ergebnisse des World Cafe werden in die Gesundheitsziele-Planung für das Jahr 2014 berücksichtigt.

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