Protokoll 10. Fachtagung

Protokoll

10. Fachtagung HIV und AIDS in Brandenburg am 16.11.2011
Motto: „Positiv zusammen leben. Aber sicher!“Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur 10. Fachtagung
–       Einführung durch Frau Frank (Anlage 1)

  • Vorstellung der Gesundheitsziele der Initiative Brandenburg – Gemeinsam gegen Aids (GI)

–       Grußworte vom MUGV, Abteilung Gesundheit, Herr Dr. Widders

1)   Fachreferat „Von der HIV-Diagnose zur Datenanalyse – Aktuelle Daten zur Epidemiologie von HIV/Aids in Brandenburg und Deutschland“
       Referent: Herr Dr,. Marcus (Anlage 2)

  • HIV-Neudiagnosen gehen bei MSM leicht zurück – seit 2008 auf relativ hohem Niveau konstant geblieben, bei heterosexuellen Kontakten leichter Anstieg
  • Zahl der Schätzungen des RKI liegen immer etwas höher, da aus den zugesandten Berichten nicht immer eindeutig hervorgeht, ob es sich bei den Meldungen um „gesicherte Erstdiagnose“ handelt. Wenn die Meldung nicht eindeutig als Erstdiagnose erfolgt, wird davon ausgegangen, dass es keine Erstdiagnose ist. Es ist also davon auszugehen, dass auch in diesem Pool der nicht konkreten Meldungen eine Reihe von Neuinfektionen vorliegen. Schätzung (für Brandenburg 550 HIV-Infizierte) höher als gesicherte Meldezahlen!
  • bei Migrantinnen/Migranten gibt es einen erheblichen Anteil, der sich in Deutschland infiziert
    => hier sollte Prävention stattfinden (Primärprävention)
  • MSM infizieren sich überwiegend in Deutschland
  • bei MSM werden weniger Neuinfektionen registriert, dafür mehr Spätdiagnosen – es kann also davon ausgegangen werden, dass die Präventionsbotschaften durchaus bei der Zielgruppe ankommen und MSM vermehrt zum Test gehen. Die Testbereitschaft bei MSM, die evtl. schon länger mit einer Infektion leben, hat sich demnach erhöht.
  • Zeitraum zwischen Diagnose und Infektion ist in Brandenburg im Vergleich zum Bundesdurchschnitt relativ groß: eigentlich Rückgang der Neuinfektionen, in Brandenburg vermutlich etwas verspätet, Trend ist aber erkennbar.

 => Im Anschluss stellt Frau Frank den Bericht zum Gesundheitsziel 1 vor (Anlage 3).

2)  Fachreferat „Ergebnisse der Kampagne „Ich weiß was ich tu“ der Deutschen AIDS-Hilfe für Männer, die Sex mit Männern haben (IWWIT)“
      Referent: Matthias Kuske, Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (Anlage 4)

  • Vorhandene regionale Ressourcen sind Grundlage für erfolgreiche Arbeit in den Regionen
  • Kampagne unterstützt nur die vorhandenen Projekte
  • Landesmittel sind wichtig und notwendig, um MSM-Strukturen zu stärken bzw. aufzubauen
  • Kampagne soll perspektivisch etwas verändert werden – andere Wortwahl, Materialien u.s.w., die für bestimmte Zielgruppen der MSM erarbeitet werden

=>  Der Bericht über das Gesundheitsziel 4 (Anlage 5) und Vorstellung zu den Zielen für 2012 werden von Herrn Witschak dargestellt.

 Diskussion zum Bericht AG 1 und AG 4:

  • Uwe Fröhlich: Lebens- und Sozialberatung allgemein in den Beratungsstellen stärken und bekannt machen (auch über das Internet)
  • Frau Stölke: regt an, eine Verlinkung der Aids-Hilfe-Potsdam e.V. über die Krankenkassen zu prüfen (Barmer/GEK kann eine Verlinkung nicht regional sicherstellen, hat deshalb bereits abgelehnt). Evtl. können andere Krankenkassen dafür gewonnen werden.
  • GA OPR : Vernetzung über Internetseiten der Gesundheitsämter (GÄ) sicherstellen. Seitens der LK sollte auf die entsprechenden Seiten verlinkt werden z. B. zum Schnelltestangebot

3)  Fachreferat „HEP C – Krankheitsverlauf, Aktuelles zur Therapie und Prävention“
–     Referenten: Dr. med. Ines Liebold (Anlage 6) und  Axel J. Schmidt (Anlage 7)

  • Hep. C (HCV) tritt zunehmend bei HIV-positiven Männern auf
  • HCV leistet keinen Vorschub für eine HIV-Infektion, eher umgekehrt, HIV-Positive haben oftmals eine Hep C, bevor sie sich mit HIV infizieren
  • viele HCV-Infektionen in Haftanstalten, da die Übertragung durch Mehrfachnutzung des Spritzenbestecks bei Drogengebraucherinnen/Drogengebraucher erfolgt
  • bei HIV-Position mit Hep C sollte unbedingt die Hepatitis mitbehandelt werden (also Diagnostik auch wichtig), da die Verläufe sonst dramatisch sind (Leberzirrhose)

=> Bericht der AG 2 zum Gesundheitsziel 2 (Anlage 8) fließt in den Vortrag von Frau Dr. Liebold ein

4)  Fachreferat „Partizipation, Kooperation, Migration – voneinander lernen für die HIV-Prävention“ (ausgewählte Ergebnisse des PaKoMi – Projekts)
–     Referetin: Nozomi Spennemann, Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (Anlage 9)

 =>Frau Zwink stellt den Bericht über das Gesundheitsziel 3 (Anlage 10) vor und berichtet über ausgewählte Aktivitäten der AG 3.

  • Der aktuelle Flyer für Schwangere wird dem Protokoll beigefügt (Anlage 11)
  • HIV und Arbeit/Ausbildung => Vorhaben: Entwicklung eines Flyers, auch für Migrantinnen und Migranten
  • Pool an Dolmetschern wird vom Klinikum Ernst von Bergmann gewünscht

=> Ist bereits bei der Sozialverwaltung der Stadt Potsdam vorhanden, wird auch finanziell von der Stadt unterstützt, allerdings sind die Übersetzungen kostenpflichtig (8 Sprachen vorhanden).
=> Pool auch bei Fazit vorhanden, allerdings ist auch dieser Pool in den letzten Jahren „geschrumpft“

  • Ziel: über die AG Gesundheit und Migration Lösungen zur Überwindung von Sprachbarrieren zu finden. Derzeit wird diskutiert, wie ein Angebot für telefonische Übersetzungen initiiert werden kann. Bereits existierende (Teil)Lösungen werden zusammengestellt und sollen auf den Webseiten der Mitglieder der AG 3 wie MUGV und Integrationsbeauftragte veröffentlicht werden.
  • Projekte sollten finanzielle Sicherheit haben, da sich ansonsten auch diese wenigen Projekten langsam auflösen (z. B. MiMi -Mediator/innen)

 Zusammenfassung der Vorschläge für Maßnahmen im Rahmen der Gesundheitsziele 2012

  •  Vernetzung und Verlinkung: GÄ mit den Akteuren der Initiative Brandenburg – Gemeinsam gegen Aids (GI) 
    => Anfrage bei KK zur Verlinkung mit Akteuren der GI
  • Lebens- und Sozialberatung stärken, insbesondere bezogen auf die Eigenverantwortung jedes einzelnen (auch über das Internet)
  • Verbesserung der Untersuchungsmöglichkeiten für Prostituierte, insbes. über die GÄ in der Grenzregion zu Polen: Untersuchung auf STI in ausgewählten GÄ sicherstellen
  • HIV-Schnelltest-Angebot in einigen GÄ etablieren. Vorerst Bedarfsermittlung; wird das Angebot angenommen? z. B. in einzelnen Regionen für bestimmte eine „Probezeit“ anbieten
  • HIV und Arbeit/Ausbildung – Flyer entwickeln (mehrsprachig)
  • Verbreitung der Informationen zu aidsdefinierenden Erkrankungen, um damit eine Sensibilisierung der Ärzteschaft zu erreichen =>durch Fortbildung soll erreicht werden, dass mehr Ärztinnen/Ärzte einen HIV-Test anbieten.
  • Möglichkeiten für Übersetzung ausbauen und bekannt machen
  • Sicherung von finanziellen Mitteln für Projekte im Rahmen der Möglichkeiten
  • Transparenz bei der Verteilung der Landes-Fördermittel

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